Bauherreninformation

Bauherren Merkblatt
Aufheizprotokoll

Sehr geehrter Bauherr,

Zweck dieser Bauherreninformation ist es, Sie über Bewegungen und Nachgeben oder Wippen an Scheinfugen und Randbereichen der Estrichplatten, vornehmlich bei Zement-Estrichen, aufzuklären.

Zement-Estriche erhalten in Türbereichen sowie ab einer bestimmten Grösse der Fläche, aber auch bei ungünstigen geometrischen Grundrissen der Fläche Scheinfugen. Diese Fugen sind notwendig, da Zement-Estriche während des Abbindeprozesses Spannungen aufbauen, die sich in Form von Rissen entladen. Damit möglichst keine Risse auftreten, werden die beschriebenen Scheinfugen angelegt; sogenannte Sollbruchstellen.

Zement-Estriche geben, soweit möglich, während des Abbindeprozesses durch Austrocknung chemisch nicht gebundenes Wasser, sogenanntes Überschusswasser ab. Durch diese Wasserabgabe bedingt, ergibt sich eine Volumenverringerung der Estrichplatte, bzw. Verkürzung.

Es ist nachvollziehbar, dass die oberen Bereiche einer Estrichplatte schneller austrocknen als die unteren Schichten, was wiederum bewirkt, dass sich die Estrichschollen oder Estrichplatten an der Oberseite durch grössere und schnellere Austrocknung mehr verkürzen, als in den unteren Schichten.

Dadurch bedingt ergibt sich, dass sich die Estrichplatte durch diese ungleichmässige Verkürzung besonders in den Bereichen nach oben "verbiegt", in denen eine rasche Austrocknung ( Durchzug, Einfluss von Wärme, etc. ) stattfindet. Dieses Verbiegen, in Fachkreisen als "Schüsseln" be-zeichnet, reicht je nach physikalischen Einflüssen von einigen Millimetern bis zu Zentimetern.

Eine Folge dieses "Schüsselns" ist, dass sich die Estrichschollen bei den Fugen- und Randbereichen, besonders aber auch in Ecken, beim Begehen oder wechselseitigen Belasten nach unten bzw bei Entlastung wieder nach oben bewegen.

Dieses Bewegen, hervorgerufen durch "Schüsseln", ist ein ganz normaler physikalischer Vorgang, auf den der Estrichleger kaum einen Einfluss hat.

Bei einem gleichmässigen Feuchtigkeitsgehalt der Estrichplatten bilden sich die Verformungen weitestgehend wieder zurück, wobei geringe Bewegungen immer noch stattfinden können.

Aus vorgenannten Gründen ist es unerlässlich, dass vorhandene Scheinfugen durch den Oberbodenleger nach Erreichen der Belegreife mittels Spezialharz kraftschlüssig fachgerecht festgelegt, bzw. verbunden werden müssen.

Diese Leistung ist durch den Bauherrn gesondert in Auftrag zu geben und zu bezahlen.