Vorteile von Anhydritestrichen konventionell gegenüber Zementestrichen

Die am häufigsten gestellte Frage beim Einsatz von Anhydritestrich konventionell bzw. Calcium-sulfatestrich ist, ob dieser Estrich auch in Bädern im häuslichen Bereich (ohne Bodeneinläufe) eingesetzt werden kann.

Viele Planer oder Bauherren haben bereits irgendwann etwas über Anhydritestrich gehört, dass dieser feuchtigkeitsempfindlich ist bzw. sein soll - etwas Genaues wissen jedoch die meisten Planer oder Bauherren leider Gottes nicht. Aus Sicherheitsgründen wird dann Zementestrich für Bäder, aber auch für Kellerbereiche ausgeschrieben bzw. empfohlen.

Richtig ist, dass Anhydritestriche konventionell bzw. Calciumsulfatestriche keiner dauernden Feuchtigkeit ausgesetzt werden dürfen. Es sei hier die provokante Frage erlaubt: darf denn Zementestrich zusammen mit der darunter liegenden Dämmschicht einer dauernden Feuchtigkeit ausgesetzt werden?! Selbstverständlich nein!!

Aus diesen Gründen ist es seit Jahren allgemein anerkannte Regel der Technik, dass sowohl Zementestriche als auch Anhydritestriche in Bädern oder in Räumen, bei denen mit erhöhtem Wasseranfalll zu rechnen ist, mittels einer alternativen Abdichtung abgedichtet werden.

Es ist aus technischer Sicht nicht nachvollziehbar, warum seitens mancher Planer und Fliesenleger Abdichtungen unter den Fliesen an den Wänden, nicht jedoch auf dem Boden und insbesondere nicht an den Randfugen eingebaut werden, zumal die Feuchtigkeit oder Spritzwasser sowohl beim Zementestrich als auch beim Anhydritestrich durch die Fugen der Fliesen bei entsprechend langer Einwirkung eindringen kann.

Frage: Warum soll dann überhaupt Anhydritestrich konventionell (Calciumsulfatestrich) in Bädern eingesetzt werden?

Anhydritestrich konventionell bietet gegenüber Zementestrichen erhebliche technische Vorteile wie folgt:

Die zuvor angeführten Vorteile veranlassen uns, immer wieder darauf hinzuweisen, dass Anhydritestriche konventionell gegenüber Zementestrichen erhebliche Vorteile bieten. Trotz dieser Vorteile stellt sich die Frage, ob Anhydritestrich teurer ist, als ein Zementestrich.

Der Preis einer Estrich- und Oberbodenkonstruktion mit Zement-Estrich oder Anhydritestrich konventionell hergestellt, hält sich aus folgenden Gründen in etwa die Waage. Rechnet man die erheblich kürzere Austrocknungszeit und somit eine um Wochen frühere Bezugsfertigkeit, ist der der Einsatz von Anhydritestrich konventionell der Fa. Lanxess erheblich günstiger.

Grundsätzlich ist es so, dass zwar Anhydritestrich gegenüber einem Zementestrich zunächst je nach Kalkulation und Grösse des Objektes ca. 1,- bis 1,50 €/m² teurer ist als Zementestrich, jedoch muss berücksichtigt werden, dass bei Zementestrichen die Scheinfugen kraftschlüssig mittels Epoxydharz verschlossen werden müssen, dass bei Zementestrichen Randaufschüsselungen fast an der Tagesordnung sind, dass selbst bei fachgerechter Arbeitsausführung bei Zementestrichen Risse kaum zu vermeiden sind und dass Zementestriche eben wegen der bereits oben angeführten Punkte bei künstlicher Trocknung Risse und Auf-schüsselungen bekommen.

Das Aufheizen bei Zementestrichen darf erst nach 21 Tagen erfolgen, im Gegensatz dazu bei konventionellen Anhydritestrichen bereits nach 7 Tagen.

Im Klartext ausgedrückt heisst dies, dass bei entsprechenden Trocknungsmassnahmen ein Anhydritestrich konventionell bereits dann belegt werden kann, wenn beim Zement-estrich erst die Auf- und Abheizphase beginnt.

Grundsätzlich kann die Frage mit einem klaren ja beantwortet werden, ob Anhydrit-estriche konventionell auch in Bädern oder Untergeschossen eingesetzt werden kann.

Sollte wider Erwarten durch unglückliche Umstände dennoch der Anhydritestrich unter Wasser gesetzt werden, kann dieser ebenso wie Zementestrich ausgetrocknet werden und behält bei rechtzeitiger Austrocknung seine volle Funktionsfähigkeit.

Anhydritestriche und Feuchtigkeit, wie verträgt sich das?

BEB Feuchtigkeit